AllgemeinSurfer im Meer bei starkem Seegang, steht symbolisch für Risiken einschätzen und minimieren

Die wichtigsten Bezahlmethoden

und welche davon Sie anbieten sollten

Das Kaufen im Netz bietet einen gewissen Komfort, ein breites Angebot, ist unabhängig von Öffnungszeiten und hat oftmals bessere Preise anzubieten. Laut dem deutschen Digitalverband (Bitkom) shoppen 98% der Internetnutzer online. Davon kaufen 77% mehrmals im Monat etwas im Internet.*

Für das Kaufen im Web bieten sich vielfache Zahlungsarten an. Für Sie als Händler stellt sich die Frage welche Bezahlmethoden Sie anbieten. Alle Zahlungsarten anbieten können Sie nicht. Daher gilt es für Sie eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufzustellen um die Rentabilität und Effektivität zu prüfen.

Der nachfolgenden Tabelle können Sie die aktuell beliebtesten Zahlungsmethoden entnehmen.

  • PayPal
  • Rechnung
  • Lastschrift
  • Kreditkarte
  • Amazon Payments
  • Vorkasse
  • SOFORT Überweisung
  • Finanz-/Ratenkauf
  • Nachname
  • Barzahlung bei Abholung
  • giropay
  • Prepaid-Karten
  • und weitere

Ist die präferierte Bezahlmethode eines Käufers nicht vorhanden kann dies einen Abbruch vor dem Kaufabschluss zur Folge haben. Welche Zahlungsarten Sie in Ihren Shop integrieren hat demnach einen signifikanten Einfluss auf die Conversionrate.

Die angebotenen Bezahlmethoden können jedoch sowohl für den Käufer als auch für den Verkäufer Risiken bergen. Der Verbraucher wägt oft Komfort und Sicherheit gegeneinander ab. Bei einem Kauf gibt er sensible Daten weiter. Macht der Online Händler einen unseriösen Eindruck, kann es dazu führen, dass der Käufer lieber bei der Konkurrenz einkauft oder auf einen Onlinekauf verzichtet.

Ein vertrauenswürdiger Shop zeichnet sich im Optimalfall durch ein Gütesiegel aus, wie das von Trusted Shops, ekomi, ontrust u.a.
Aufschlussreich sind auch Bewertungsportale.

Möchten Sie eine bestimmte Bezahlmethode nicht anbieten, empfehlen wir kreativ zu werden. Belohnen Sie Ihre Kunden bei der Wahl einer bestimmten Bezahlmethode, beispielsweise durch Einführung eines Skontos oder durch Gutscheine.

Vorteile

PayPal ist bei Internetusern ein sehr beliebtes Bezahlsystem, da es für Käufer einfach und kostenfrei ist und einen umfassenden Käuferschutz bietet. Das Anbieten dieser Bezahlmethode könnte daher eine erhöhte Kaufabbruchquote senken.

Verkäufer werden von PayPal ebenfalls geschützt, wenn es um ungerechtfertigte Rückbuchungen geht. Als Verkäufer sind Sie in diesem Fall dazu verpflichtet, zu belegen, dass der Fehler nicht auf Ihrer Seite liegt.

Risiken

Das größte Risiko liegt darin die Verkäuferschutzrichtlinien von PayPal, nicht einhalten zu können. Beispielsweise erhält der Verkäufer einen Versandbeleg nur bei einem versicherten Versand. Bei Produkten mit niedrigen Preisen stehen die Versandkosten für einen versicherten Versand jedoch nicht in Relation zum Produktpreis. Gibt ein Käufer nun an, er habe sein Paket nicht erhalten, unabhängig davon ob er es wirklich nicht erhalten hat, kann der Verkäufer den Versand nicht belegen. PayPal erstattet in diesem Fall dem Käufer den Betrag zu Lasten des Verkäufers. Zudem behält sich PayPal vor das Konto des Empfängers einzuschränken oder zu sperren.

Risiken minimieren

Dazu sollten Sie folgendes beachten:

  • ab einem Warenwert von 25 Euro auf einen versicherten Versand bestehen (selbst auf Anfrage, keine Selbstabholung oder unversicherten Versand)
  • Versandbeleg muss folgende Angaben enthalten
    – Name des Versandunternehmens
    – Versanddatum
    – Name und Adresse des Empfängers
    – Name und Adresse des Versenders
    – Angaben wie Name und Adresse müssen mit den unter Transaktionsdetails angegebenen Daten übereinstimmen
  • zeitnaher Versand, innerhalb von 7 Kalendertagen nach Zahlungseingang
  • Beantwortung von Anfragen innerhalb einer Frist von 7 – 10 Tagen
  • einheitliche Zahlung (keine Ratenzahlung etc.)

Weiter zu beachten ist, dass der Verkäuferschutz** nicht bei allen Artikeln gilt.

Die Verkäuferschutzrichtlinien unterscheiden sich von Land zu Land. Sollten Sie ins Ausland versenden, so müssen Sie sich nach den Käufer- und Verkäuferschutzrichtlinien des jeweiligen Landes richten.

Fazit

PayPal als Bezahlmethoden nicht anzubieten kann Ihre Verkaufszahlen drastisch beeinflussen. Dagegen sind die Risiken bei der Nutzung von PayPal minimierbar. Bei Produkten mit höherem Wert ist es unabdingbar die Richtlinien von PayPal einzuhalten. Dann sind Sie auch in Betrugsfällen geschützt. Bei Produkten mit niedrigem Wert bleibt meist nicht mehr als eine Zahl an Verlusten einzukalkulieren. Außnahmen bilden die von PayPal in den Richtlinien ausgeschlossenen Artikel wie immaterielle Güter, Fahrzeuge, Gutscheine etc. Hier sollten Sie Risiken und Nutzen gegeneinander abwägen.

Vorteile

Integrieren Sie als Shop-Betreiber Rechnungskauf in Ihren Onlineshop, können Sie damit rechnen, dass sich die Kaufabbruchquote spürbar senkt. Denn Rechnungskauf ist eine der beliebtesten Bezahlmethoden.

Zudem ist Rechnungskauf die kostengünstigste Zahlungsart, da für Sie als Verkäufer keine direkten Gebühren anfallen.

Risiken

Der Rechnungskauf birgt ein hohes Betrugspotential. Als Online Verkäufer treten Sie in Vorleistung und vertrauen darauf, dass der Kunde nach Erhalte der Ware die Rechnung bezahlt.

Bestellt ein Kunde über einen falschen Namen und Adresse, haben Sie keine Möglichkeit die falsche Identität frühzeitig aufzudecken. Damit erhalten Sie weder Ihre Bezahlung noch Ihre Ware zurück. Eine weitere, häufige Betrugsmethode ist es vorsätzlich Waren für den einmaligen Gebrauch zu kaufen und diese benutzt zurück zu senden.

Aber auch ohne Betrugsabsichten kann es zu Zahlungsverzögerungen oder Zahlungsausfällen kommen, wenn der Kunde beispielsweise die Rechnung verlegt oder zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung nicht liquide ist.

Bei nicht bezahlten Rechnungen sind Mahnungen die Folge. Dadurch entstehen Ihnen indirekte Kosten. Die Bearbeitung und unter Umständen das Einschalten eines Anwalts kostet Sie Zeit und Geld, was Ihren Gewinn deutlich schmälert.

Risiken minimieren

Für mehr Sicherheit auf Ihrer Seite können Sie Rechnungskauf nur für Ihre Bestandskunden anbieten. Neukunden können Sie darauf hinweisen, dass sie bei ihrem ersten Kauf eine alternative Bezahlmethode wählen können. Zusätzlich können Sie Neukunden mit Gutscheinen für den nächsten Kauf belohnen oder für alternative Bezahlmethoden ein Skonto anbieten. Ist eine Vertrauensbasis aufgebaut, können diese Kunden beim nächsten Mal auch per Rechnung einkaufen.

Ferner können Sie in Ihren Shop eine Adressprüfung integrieren. Die prüft eingegebene Namen und Adressen auf Plausibilität.

Zusätzlich können Sie sich vor Zahlungsausfällen mit Payment-Modulen absichern. Beispiele dafür sind Klarna SOFORT, Alipay, amazonpayments, Skrill u.a.

Fazit

So groß die Vorteile beim Rechnungskauf sind, so groß sind auch die Risiken. Sie haben jedoch die Möglichkeit das Betrugsrisiko einzugrenzen.

Stellen Sie sich eine Kosten-Nutzen-Rechnungen auf, bei der Sie indirekte Kosten bei Zahlungsausfällen und etwaige Kosten für das integrieren von Payment-Modulen beachten. Beziehen Sie auch die Umsatzeinbußen mit ein, sollten Sie keinen Rechnungskauf anbieten.

Entscheiden Sie auf dieser Grundlage unter welchen Voraussetzungen Sie Rechnungskauf anbieten möchten.

Vorteile

Zahlung per Lastschrift ist eine der aktuell vier beliebtesten Bezahlmethoden beim Onlinekauf. Für den Kunden ist es eine bequeme Art zu bezahlen. Allerdings muss er beim Bestellvorgang seine Bankdaten eingeben. Daher ist für Ihren Shop ein seriöses Auftreten maßgebend. Vorteil des Lastschriftverfahrens ist, dass der Kunde nach Erhalt der Ware keine Überweisung tätigen muss und Sie Ihr Geld direkt vom Kunden einziehen können. Dies bietet Ihnen eine Planungssicherheit und relativ geringe Transaktionskosten.

Risiken

Das größte Risiko bei dieser Zahlungsart ist, eine Rücklastschrift. Gründe dafür können eine nicht ausreichende Kontodeckung, falsche Kontodaten oder eine Kontoauflösung sein. Wie auch beim Rechnungskauf sind bei einer Kontounterdeckung Mahnungen die Folge. Zusätzliche Kosten schmälern Ihren Gewinn. In Betrugsfällen bei denen der Kunde unter Angabe von falschen Kontodaten bei Ihnen bestellt hat, werden Sie die Verantwortlichen hinter der falschen Identität nicht finden können.

Dadurch entstehen Ihnen indirekte Kosten. Die Bearbeitung und unter Umständen das Einschalten eines Anwalts kostet Sie Zeit und Geld, was Ihren Gewinn deutlich schmälert.

Risiken minimieren

Um Ihre Risiken zu minimieren können Sie externe Anbieter zur Zahlungsabsicherung nutzen. Anbieter sind hier Klarna, BillPay, BillSafe, PayRate u.a.

Fazit

Mach Sie auch hier wieder eine Kosten-Nutzen Aufstellung, indem Sie mögliche Kosteneinbußen den Gebühren für eine externe Zahlungsabsicherung gegenüber stellen. Damit haben Sie eine solide Basis auf der Sie entscheiden können ob Sie das Bezahlen per Lastschrift anbieten möchten.

Vorteile

Auch das bezahlen per Kreditkarte ist eine beliebte Zahlungsmethode. Seit dem 09.12.2015 gibt es eine neue EU Verordnung, nach der die Kreditkartengebühren gesenkt wurden.

Risiken

Für Sie als Händler ist Kreditkartenbetrug ein hohes Risiko. Ein Großteil der Online-Händler wurde bereits Opfer von Betrugsversuchen.

Bei einem geglückten Betrug haben Sie den Verlust Ihrer versendeten Produkte. Bei gefälschten Kreditkartendaten wird zusätzlich dem tatsächlichen Eigentümer die Produktsumme zu Ihren Lasten zurückerstattet.

Sogenannte Chargebacks dürfen jedoch nicht über 2% der Transaktions Obergrenze steigen, da Sie sonst Ihren Kreditkartenakzeptanzvertrag verlieren.

Reagieren Sie bei einer Reklamation möglichst mit einer Gutschrift, solange kein Chargeback oder eine Belanganforderung durch einen Kunden vorliegt.

Risiken minimieren

Achten Sie auf mögliche Hinweise auf Betrug

  • Hoher Warenkorbwert
  • IP-Adresse aus Risikoland: deutsches Tastaturlayout, Kreditkarte von amerikanischer oder britischer Bank
  • IP-Adresse eines anonymen Proxies oder Satelliten
  • Kreditkartenzahlung erst nach mehreren Versuchen mit ähnlichen Kreditkartennummern autorisiert
  • Mehrere Kreditkartennummern
  • Bitte Beträge zu splitten
  • Kunde bittet zwingend um Tracking-ID
  • Schnelle Zustellung ist wichtig, Versandkosten sind egal
  • Angegebene E-Mail-Adresse kann kostenlos ohne Prüfung der Identität registriert werden
  • Herkunftsland der IP- oder E-Mail-Adresse weicht vom Herkunftsland der Karte ab

 

Nutzen Sie Methoden zur Betrüger-Erkennung

Sie können eigene Maßnahmen ergreifen:

  • Angegebene Kreditkartennummer, Kontrollziffer etc. auf Vollständigkeit und Plausibilität prüfen
  • Prüfung kundenbezogener Negativmerkmale
  • Risiko-Scorings, Risikomanagement
  • Prüfung von Kundendaten
    • Kontonummer und Kreditkartennummer
      • Mikro-Belastung
      • Mikro-Gutschrift
  • Anschrift, Festnetznummer, Handy-Nummer, E-Mail-Adresse
    • Auftragsbestätigung per Brief, SMS oder E-Mail
    • Verifizierungscode per Brief, SMS oder E-Mail
    • Anforderung einer Ausweiskopie
    • Anruf
    • Abgleich mit Telefonbuchdaten

Eigene Maßnahmen sind zeitaufwendig und erfordern viel Pflege.

 

Eine weiter Möglichkeit ist es Anbieter zu nutzen, die Sie vor Betrug schützen:

  • Secupay
  • Heidelpay
  • Novalnet
  • Payone
  • Klarna Checkout

Fazit

Die Bezahlmöglichkeit per Kreditkarte birgt viele Risiken für Betrug. Die sicherste Variante ist einen professionellen Anbieter für sicheres Bezahlen zu nutzen. Auch wenn diese Dienste gewisse Kosten mit sich bringen, sind sie unter Umständen kostengünstiger im Verhältnis zu den Ausfällen, die man sonst haben würde.

Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der auf dieser Seite bereitgestellten Informationen.

Bildquelle: unsplash.com: ishan@seefromthesky

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Formular zurücksetzenBeitragskommentare